Die eigene E-Mail-Adresse vor Spam schützen
Wie Spammer an Adressen kommen und mit welchen einfachen Gewohnheiten du dein Hauptpostfach dauerhaft sauber hältst.
Aktualisiert am 20. Oktober 20264 Min. Lesezeit
Ein neues Postfach ist herrlich ruhig. Ein paar Jahre später kommen täglich Dutzende Mails von Shops, die du nie besucht hast, angebliche Gewinne und dubiose Kreditangebote. Spam ist kein Naturgesetz. Mit ein paar Gewohnheiten bleibt deine Hauptadresse über Jahre sauber, und wenn doch etwas durchrutscht, weißt du genau, woher es kam.
Wie Spammer an deine Adresse kommen
Bevor du dich schützt, lohnt ein Blick auf die Quellen. Die wichtigsten sind:
- Datenlecks: Ein Shop oder Forum wird gehackt, und die Kundendatenbank landet im Netz. Das ist heute die größte Quelle.
- Weitergabe und Verkauf: Gewinnspiele und kostenlose Downloads sammeln Adressen oft genau dafür ein.
- Veröffentlichte Adressen: Programme durchsuchen Webseiten, Foren und öffentliche Dokumente automatisch nach allem, was wie eine E-Mail-Adresse aussieht.
- Raten: Häufige Kombinationen wie
info@,kontakt@odervorname.nachname@werden einfach durchprobiert.
Prüfe, ob deine Adresse schon in einem Leck steckt
Dienste wie Have I Been Pwned oder der Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts zeigen dir, in welchen bekannten Datenlecks deine Adresse auftaucht. Findest du einen Treffer, ändere das Passwort des betroffenen Dienstes und überall dort, wo du dasselbe Passwort genutzt hast. Ein Passwortmanager nimmt dir die Arbeit ab, für jeden Dienst ein eigenes zu verwenden.
Das Schichtenmodell: eine Adresse pro Zweck
Der wirksamste Schutz ist, deine Hauptadresse nicht überall anzugeben. Bewährt hat sich eine Aufteilung in drei Schichten:
| Schicht | Wofür | Beispiel |
|---|---|---|
| Hauptadresse | Menschen, Bank, Behörden, wichtige Konten | [email protected] |
| Alias oder Plus-Adresse | Shops, Newsletter, Konten, die du länger nutzt | [email protected] |
| Wegwerf-Adresse | einmalige Bestätigungen, Downloads, WLAN | eine Adresse von TossPost |
So erfährt nur ein kleiner Kreis deine Hauptadresse. Alles andere läuft über Adressen, die du jederzeit abschalten oder verfallen lassen kannst.
Plus-Adressen und Aliase
Viele Anbieter, darunter Gmail und Outlook, stellen Mails an name+irgendwas@ automatisch an name@ zu. Du kannst also für jeden Shop einen eigenen Zusatz verwenden, etwa [email protected]. Landet später Spam an genau dieser Adresse, weißt du, wer deine Daten weitergegeben hat, und kannst sie per Filter aussortieren.
Zwei Einschränkungen: Manche Formulare lehnen das Pluszeichen ab, und Spammer können den Zusatz einfach entfernen. Mehr Kontrolle bieten echte Aliase. Mit einer eigenen Domain legst du beliebig viele Adressen an, die in dein Postfach weiterleiten. Alias-Dienste und manche Mail-Anbieter bieten das auch ohne eigene Domain an. Wird ein Alias zur Spamschleuder, löschst du ihn einfach.
Wegwerf-Adressen für alles Einmalige
Für den Download eines Whitepapers, das WLAN im Hotel oder einen Testzugang brauchst du kein dauerhaftes Postfach. Eine Wegwerf-Adresse empfängt die eine Bestätigung und ist danach weg, samt aller Nachrichten. Wird der Anbieter später gehackt, steht in seiner Datenbank eine Adresse, die es nicht mehr gibt.
Für Konten, die du behalten willst, nimmst du besser einen Alias. Sonst kommst du an den Link zum Zurücksetzen des Passworts nicht mehr heran.
Deine Adresse nicht im Klartext veröffentlichen
Brauchst du eine Kontaktadresse auf deiner Webseite, nutze ein Kontaktformular oder eine eigene Adresse nur für diesen Zweck. Schreibst du deine Adresse in ein öffentliches Forum oder in Kommentare, wird sie früher oder später eingesammelt.
Nicht auf Spam reagieren
Jede Reaktion bestätigt den Absendern, dass deine Adresse aktiv ist und gelesen wird:
- Nicht antworten, auch nicht mit „Bitte löschen Sie mich“.
- Keine Abmeldelinks in offensichtlichem Spam anklicken. Bei seriösen Newslettern, die du selbst abonniert hast, ist die Abmeldung dagegen der richtige Weg.
- Als Spam markieren statt einfach löschen. So lernt dein Filter mit.
Bilder nicht automatisch laden
Viele Mails enthalten unsichtbare Bilder, sogenannte Zählpixel. Lädt dein Mailprogramm sie, erfährt der Absender, dass und wann du die Mail geöffnet hast und dass deine Adresse funktioniert. Stelle in deinem Mailprogramm ein, dass externe Bilder erst nach Rückfrage geladen werden. In TossPost sind externe Bilder standardmäßig blockiert, bis du sie selbst nachlädst.
Wenn es schon zu spät ist
Ist deine Adresse bereits auf vielen Listen, helfen Filterregeln und konsequentes Markieren als Spam. Lässt die Flut trotzdem nicht nach, kann ein Neuanfang sinnvoll sein: Richte eine neue Hauptadresse ein, teile sie nur deinen Kontakten und wichtigen Diensten mit und lass die alte eine Weile weiterlaufen, bis nur noch Spam dort ankommt. Mit dem Schichtenmodell bleibt die neue Adresse diesmal sauber.
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